Ein Abschied
Vom neulich geliebten Menschen
Ist ungewohnt bewegend
Eine Ankunft eines früher gekannten Freundes
Ist unheimlich schön
So lebe ich weiter, egal in welcher Lebenslage
Welch glücklicher Zufall,
dass ich noch lebe
Nach all den Wahrscheinlichkeiten
des Todes
Erkenne ich weiter die Zukunft und
Trete ihr sehr nahe
Mit jeder weiteren lebendigen Minute
Sitze ich am Tisch und bin Zeuge einer
Gemeinsamkeit
Denn nicht nur Affen beobachten sich schweigend
Zur Mitte der Nacht
Und wachen über jede Bewegung ihres Gleichen
Es sei denn, sie sind blind
Dann erahnen wir nur
Was wir nicht sehen
Doch er fühlt
Was wir nicht spüren
Das, was wir können, wollen wir nicht machen
Und das, was wir nicht wollen, müssen wir tun
Es gibt keine Logik da draussen
Bei den Affen
Monat: September 2014
Dich und mich- Dichotomie
Standard„Mitten in der heiteren Welt der Geisteskrankheit kommuniziert der moderne Mensch nicht mehr mit dem Irren.“ (Foucault, 1973)
Die Trennung von Vernunft und Nicht-Vernunft blockiert den gesellschaftlichen Dialog über und im Umgang mit Wahnsinn. Es werden vollendete Tatsachen aufgestellt, die diese Trennung verhärten. So entsteht eine „Lücke“ zwischen diesen künstlich errichteten Welten von Wahrheit und Wahnsinn. Es entsteht Wahrheit, die eigentlich nicht existiert. Der Ursprung der Trennung liegt in diesem Raum, zwischen den Welten, in dem Schweigen der „Lücke“. (vgl. Foucault, 1973, Wahnsinn und Gesellschaft)
Ein lebendiges Konstrukt, wie ein Kind, das nie getrennt von den Eltern betrachtet werden kann. Ein Kind, welches wiederum aus der Dichotomie des weiblichen und männlichen entsteht und diese in einem autopoietischen Mechanismus, seiner Selbst, rekonstruiert.
Die Romanze der Zweisamkeit, die etwas „dichtes“ schafft, was nie zu einer Einheit werden kann, doch getrennt nicht existiert und schließlich aus dieser Zweisamkeit immer wieder erwächst.
Der große Gegensatz, der um die Ecke wartet, um der romantischen Dichotomie zu spotten, das ist die Ambivalenz.
Sie rüttelt und schüttelt die Zweisamkeit, um die fade Endlichkeit der nicht bekannten Schnittmenge zu durchdringen. Sie hinterlässt ein Fragezeichen, wie das Gottesteilchen, was die Spur aufblitzen lässt, die Spur der Unendlichkeit unseres Wissens.
„Ambivalenz (die Essenz von Unordnung oder Chaos) ist das unvermeidliche Ergebnis aller Versuche zu einer klaren, ausnahmslosen Klassifikation- aller Versuche, Elemente der Realität so zu behandeln, als wären sie wirklich separat und klar unterschieden, als würden sie nicht über die Grenze hinausquellen; als gehörten sie zu einer Unterteilung, und nur zu dieser.“ (Baumann, 1984)
Was macht die zwei Gesichter der Dichotomie unserer Begriffe mit ihrer ambivalenten Liebesgeschichte erträglich? Die Entscheidung über das Ungenaue stabilisiert unsere Wahrnehmung, lässt uns nicht mehr zweifeln. Im Zweifelsfalle jedoch lassen wir uns mit schütteln und rütteln an unseren Gedanken, bis wir uns wieder einen Namen geben.