the look

Standard

Alles was wir nahmen.
Nahmen wir von uns.
Jetzt gibst du mir diesen Blick.
Und ich denke: steh auf und du gibts mir alles.
Das hab ich mir nicht ausgedacht, manchmal läuft alles parallel.
Manchmal gerät etwas auf die schiefe Bahn.
Es ist Zeit, dass du mir den Blick gibst.
Ganz leise ertönt auch deine Stimme, fast hintergründig.
Steh auf und lauf mit mir durch die Stadt.
Schau dir die Regale an. Das haben wir nicht alles aus dem großen Buch.
Alles was wir von uns nahmen.
Aus den Regalen, in die Körbe, in die Schränke, es wird nur älter.
Laufend, am Fließband.
Diese Zeit, es wird wohl nicht besser.
Nur mehr.
Ich verbringe viel davon.
Du schenkst mir diesen Blick.
Und ich war nie so unruhig im Leben, es liegt wohl an der Zeit.
Manchmal gerät etwas aus den Fugen.
Das hab ich mir nicht ausgedacht, es läuft wie am Schnürchen.
Und wir rennen im Kreis, durch die Regalreihen.
Es ist an der Zeit Gedanken auszugeben und keine nächste Runde.
Auch wenns mir eine Ehre war.
Ich kenne diesen Blick.

Rückenschau in einer Woche

Standard

Da lag er da mein Rücken,

Nackt und aufgeschnitten.

Auf meiner Nase ein kaltes Stück Plastik, die Verbindung zum geliebten Element.

Luft, gebt mir Luft.

Damit ich nichts atmen kann.

Vorsichtig nimmt jemand meine Hand, streicht mir die Haare aus dem Gesicht,

Ich kann alleine atmen.

Verdreht und aufgewühlt mein Körper,

Glatt und makellos mein Laken.

So wird’s wohl auch sein, wenn ich diese Welt verlasse.

Doch jetzt werd ich noch hochgeschoben, aus dem Bauch des riesigen Schiffes,

Hinauf auf Deck.

Zu den Passagieren der Krankheit, die warten auf Behandlung,

Rufen nach Erlösung.

Hier oben, da tummeln sich noch die Geschichten, deren Gesichter ich kaum zählen kann.

Es ist laut, es ist stickig, der Sommer legt sein schweres Gemüt auf den kühlen Smalltalk der Schwestern.

Die unermüdlich den Lichtern an den Wänden hinterherlaufen und doch keiner Seele zu helfen vermögen.

Sie tragen Uniformen und Namen an ihren Körpern,

Sie tragen Narben auf der Stimme.

So viele verirren sich hier, nennen sich Doktor und Pfleger,

Patient und Schwester. Alte und ganz neue. 

Alles verbrüdert im Krankenhaus.

Die Gesundheit, die wartet, die wartet, bis die Luft rein ist.

Bis sie sich im Schweigen räuspern darf. 

Wenn Ruhe einkehrt in meinem Haus, dann hat kein Arzt das Sagen. 

Dann ist alles still und nichts stört diesen Frieden,

Nur ein Schlag, der takten darf,

Wann der Trubel wieder losgeht und 

mein Herz bewegt.