Rückenschau in einer Woche

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Da lag er da mein Rücken,

Nackt und aufgeschnitten.

Auf meiner Nase ein kaltes Stück Plastik, die Verbindung zum geliebten Element.

Luft, gebt mir Luft.

Damit ich nichts atmen kann.

Vorsichtig nimmt jemand meine Hand, streicht mir die Haare aus dem Gesicht,

Ich kann alleine atmen.

Verdreht und aufgewühlt mein Körper,

Glatt und makellos mein Laken.

So wird’s wohl auch sein, wenn ich diese Welt verlasse.

Doch jetzt werd ich noch hochgeschoben, aus dem Bauch des riesigen Schiffes,

Hinauf auf Deck.

Zu den Passagieren der Krankheit, die warten auf Behandlung,

Rufen nach Erlösung.

Hier oben, da tummeln sich noch die Geschichten, deren Gesichter ich kaum zählen kann.

Es ist laut, es ist stickig, der Sommer legt sein schweres Gemüt auf den kühlen Smalltalk der Schwestern.

Die unermüdlich den Lichtern an den Wänden hinterherlaufen und doch keiner Seele zu helfen vermögen.

Sie tragen Uniformen und Namen an ihren Körpern,

Sie tragen Narben auf der Stimme.

So viele verirren sich hier, nennen sich Doktor und Pfleger,

Patient und Schwester. Alte und ganz neue. 

Alles verbrüdert im Krankenhaus.

Die Gesundheit, die wartet, die wartet, bis die Luft rein ist.

Bis sie sich im Schweigen räuspern darf. 

Wenn Ruhe einkehrt in meinem Haus, dann hat kein Arzt das Sagen. 

Dann ist alles still und nichts stört diesen Frieden,

Nur ein Schlag, der takten darf,

Wann der Trubel wieder losgeht und 

mein Herz bewegt. 

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