Subtext – vergiss mein nicht.
StandardDie Entzauberung der Welt. Jetzt ist sie da.
Am Anfang noch, da dachten wir „wie toll, endlich zuhause sein“.
Endlich mal durchatmen – zuhause, denn ansonsten mit Maske.
Aber das war noch ok.
Wir haben uns versteckt vor zauberhaften Vorstellungen wie es alles sein könnte, sein würde.
Und dann haben wir uns verkrochen, voreinander abgeschirmt.
Gelogen im Angesicht der Faulheit doch noch drüber zu reden.
Irgendwann erzählen wir uns alles, haben wir gedacht.
Die Zukunft träge vor uns herschiebend.
Haben gedacht, die anderen „entwickeln“ sich noch.
Besonders die Entwicklungsländer.
Haben ihn abgetan, den verlässlichen Abgrund, dass alles hier den Bach runter geht.
Dass nix ist mit Entwicklung.
Dass es keinen Fortschritt gibt, nur irgendwann einen Neuanfang –
Ohne uns.
Und immer noch sind alle zu faul, um drüber zu reden, über das, was wirklich ist. Was ausgehandelt werden will, was einen Neuanfang verspricht.
Was Geduld braucht – miteinander.
Ziemlich entzaubert blickt sie drein, die Überschrift der kommenden Tage.
Doch das grummeln, wenn ich morgens den Stall betrete.
Das sanfte Schnauben an meinem Ohr.
Der erwartungsvolle Blick, wenn ich mit Futter daher komme.
Das alles verzaubert mich dennoch jeden Tag.
Jede Sekunde genieße ich dort, mit diesen anderen Lebewesen, die so viel klarer im Leben stehen, als wir es uns je erträumen mögen.
Mein Subtext, er trägt mich, er vergisst mich nicht.